Retro-Joystick #64: Virtual Boy Controller
Modell: Virtual Boy Controller . Hersteller: Nintendo. Erschienen: 1995
Als in den 90ern alle nach „3D“ schrien, wollte auch Nintendo ganz vorne mitspielen. Das Ergebnis: der 1995 erschienene Virtual Boy – 50% Zukunftsvision, 50% Design-Experiment (und 100% Spielspaß-Katasrophe, wie viele Spötter sagen würden). Mit seinem stereoskopischen Display sollte er räumliches Sehen ins heimische Wohnzimmer bringen. Was auf dem Papier revolutionär klang, erwies sich in der Praxis als… gewöhnungsbedürftig. Verantwortlich zeichnete niemand Geringeres als Game-Boy-Schöpfer Gunpei Yokoi. Doch sein Konzept wich radikal von bisherigen Nintendo-Handhelds ab: Statt mobiler Leichtigkeit gab es eine auf einem Stativ montierte Brillenkonstruktion.
Aber da wir hier in der Rubrik Retro-Joystick sind, befassen wir uns nicht so sehr mit dem Gerät selbst, sondern seinem Controller. Und dieser ist mit seinem doppelten Steuerkreuz ohne Frage innovativ, fast schon experimentell! Passend zur rot-schwarzen Spielgrafik ist auch der Controller sehr sparsam in der Farbgebung: größtenteils schwarz, sorgen zwei rote Knöpfe für einen Farbakzent. Ihr ahnt es: Ausgerechnet der Controller ist das gelungenste Element des Virtual-Boy-Systems. Er liegt gut in der Hand und wirkt durchdacht konstruiert. Doch sechs AA-Batterien, die an der Unterseite eingeschoben werden, machen das Gesamtpaket unnötig schwer und unhandlich.
So bleibt der Virtual Boy ein faszinierendes Stück Technikgeschichte – mutig gedacht, aber nur bedingt gelungen. Und selbst der Controller ist nicht perfekt.

