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Deluxe-Knäcke

30 August 2026 at 01:00

Ich muss noch mal auf das Knäckebrot von vor ein paar Wochen zurückkommen. Dieses Rezept hat unsere tägliche Ernährung ziemlich umgeschmissen. Insbesondere meine liebe Gattin, aber auch eine Menge anderer Menschen können nicht mehr genug davon bekommen. Seit der Rückkehr aus Norwegen habe ich dieses Knäckebrot mindestens einmal pro Woche gebacken, wenn nicht manchmal mehrmals wöchentlich.

Bei uns ist der Sommer insgesamt relativ ruhig verlaufen. Aus verschiedenen Gründen haben wir die Ferienzeit komplett zuhause verbracht und gearbeitet. Den Kätzchen und dem Hund hat das gut gefallen, da sie sehr viel Zeit draußen verbringen konnten. Im Sommer können auch wir die landschaftliche Schönheit und Ausgewogenheit des Münsterlandes am angenehmsten auskosten. Vor ein paar Tagen bin ich 52 Jahre alt geworden und bekam eine köstliche Kirschtorte von meiner Liebsten gebacken.

Die beiden sind müde von nächtlichen Exkursionen
Inzwischen blüht die Heide
Ein Dankeschön an meine Liebste!

Wieder zurück zum Knäcke: es ergab sich die Gelegenheit, mit Michaela vom Brotkongress neue Videos aufzunehmen. Da es bei den Videos um protein-angereicherte Brote ging lag es nahe, das Knäckebrot als Rezept vorzuschlagen. Das Video findet ihr unter dem Rezept.

Immerhin enthält das Knäcke neben einer großen Menge an Ballaststoffen ca. 16 Prozent Protein pro 100 g. Damit erfüllt es zwar die Kriterien eines „Eiweissbrotes“ nicht (dafür bräuchte es rund 22 Prozent), aber ich kann bestätigen dass der Genuss des Knäckebrotes sich auf meinen eigenen Blutzuckerspiegel sehr positiv auswirkt.

Protein-Vitamin-Ballaststoffbombe

Aber nicht nur das: dieses Knäckebrot hält deutlich länger satt als „normales“ Frühstücksbrot. Es liefert zudem viele wichtige Aminosäuren, Vitamine und Fette. Und ihr erreicht mit regelmäßigem Genuss noch etwas. Helmut Kohl sagte mal so schön: „Entscheidend ist, was hinten rauskommt“, und er meinte das ganz sicher nicht in dem Bezug, auf den ich gerade anspiele. Jedenfalls klappt auch die Verdauung nun viel besser. Auch das zeigt der Selbstversuch und Berichte der Familienmitglieder und von Bekannten. Das macht dieses Knäckebrot zu einem Allround-Powerfood, mit dem ihr mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen könnt.

Hanfsamen findet ihr übrigens inzwischen in vielen gut sortierten Supermärkten in der Bio-Abteilung oder bei den Saaten. Wenn ihr sie nicht bekommen könnt tauscht sie gegen andere Saaten aus.

EDIT 22.09.2026: Ich war etwas überrascht wie viele Leserinnen und Leser ein Problem mit den Bananenchips als Zutat haben. Deshalb mein Hinweis: wenn ihr Bananenchips nicht mögt oder vertragt tauscht diese gegen 20 g Honig oder Dattelsirup oder Zuckerrübensirup aus.

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Deluxe-Knäcke

Ein weiteres super einfaches Rezept für gesundes Knäckebrot
Gericht Brot
Küche Ohne Triebmittel
Suchbegriff Knäckebrot, Saaten
Zubereitungszeit gesamt 3 Stunden
Servings 2 Bleche ca. 32 x 40 cm
Calories 481kcal

Zutaten

  • 700 g Wasser
  • 180 g Haferflocken grob
  • 180 g Sonnenblumenkerne
  • 130 g Leinsamenschrot
  • 80 g Sesam
  • 50 g Hanfsamen geschält alternativ: Pinienkerne oder Kürbiskerne
  • 50 g Bananenchips fein gemahlen alternativ: 20 g Honig oder Dattelsirup oder Zuckerrübensirup
  • 20 g Flohsamenschalen
  • 12 g Salz
  • 12 g Pflanzenöl

Anleitungen

  • Die Zutaten in der Knetmaschine 2 bis 3 Minuten gründlich verrühren.
  • Die Masse 10 Minuten quellen lassen.
  • Jeweils die Hälfte der Masse auf einem Backblech mit Backpapier dünn verstreichen. Die Dicke sollte maximal 5 mm betragen, sonst dauert das Backen zu lange.
  • Den Ofen auf 190 °C Heißluft oder Umluft vorheizen.
  • Je nach Wunsch Saaten auf der Oberfläche der Masse verstreuen.
  • Die beiden Bleche in den Ofen schieben und etwa 15 Minuten backen.
  • Die Bleche herausnehmen und mit einer Teigkarte oder einem Pizzaroller rechteckige Scheiben der Maße 8 x 10 cm abteilen.
  • Die Bleche wieder in den Ofen geben und bei 140 °C vollständig trockenbacken. Das kann durchaus 2 Stunden dauern je nach Dicke der Scheiben. Gegen Ende auf Sicht backen damit die Brote nicht zu dunkel werden.
  • Aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen und die einzelnen Scheiben von der Platte abbrechen. Auf einem Rost gut auskühlen lassen.
  • Knäckebrot sollte trocken gelagert werden damit es nicht wieder Luftfeuchtigkeit ziehen kann.

Nährwerte

Schätzwerte pro: 100g | Energie: 481kcal | Fett: 33,3g | davon gesättigte Fettsäuren: 5,1g | Kohlenhydrate: 35,2g | davon Zucker: 3,5g | Ballaststoffe: 13,1g | Eiweiß: 15,8g | Salz: 1,6g

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Saatenkraftbrot

8 July 2023 at 21:38

Heute habe ich für Euch ein Brotrezept, das mich schon seit einiger Zeit beschäftigt hat. Durch meine überraschende Erkrankung im Frühjahr ergab es sich, dass ich eine tiefgreifendere Änderung meines Ernährungsverhaltens vornehmen musste. Einer der Hauptfaktoren dabei war die Reduktion der Aufnahme von Kohlehydraten (Stärke) mit meiner Nahrung.

Bekanntlich besteht üblicherweise Brot vor allem aus Kohlehydraten. Somit hat meine Erkrankung gerade mich als „Brot Doc“ etwas auf dem falschen Fuß erwischt. Aber wie sagen die Engländer so schön: I had it coming… Doch man weiß sich ja zu helfen. Neben dem klassischen und einfach umzusetzenden FdH-Prinzip („Friss die Hälfte“) kann der Bäcker ja auch die Zutaten so wählen, dass sich der Gehalt an Kohlehydraten in der Nahrung reduziert.

Nach dem Befüllen der Form
Ein wahrlich schwerer Brotlaib, der es in sich hat

In diesem Fall geschieht das, indem vollständig auf Mehl verzichtet wird. Lediglich ein gewisser Anteil, weniger als 50 Prozent, im Teig besteht aus Getreideflocken. Der Rest ist aus Saaten. Die Bindung des Teiges wird durch Flohsamenschalen gewährleistet, die ja auch bei vielen glutenfreien Broten gute Dienste leisten. Bekannt wurde diese Rezeptur durch eine kanadische Bloggerin vor etwa 10 Jahren, Sarah Britton. Sie nannte ihr Brot „Life changing Bread“, und unter diesem Namen ist es weltweit bekannt geworden. Ein echter „Blog-Buster“. Selbst die traditionsbewussten deutschen Innungsbäcker haben sich des Rezeptes angenommen und es für gut befunden. Und das will etwas heißen.

Ich wurde durch einen Post meiner Blogger-Kollegin Marta Ullmann im vergangenen Jahr darauf aufmerksam. Schaut bitte bei Marta mal vorbei – ich finde toll, was sie in den letzten Jahren gebloggt hat.

Das Prinzip funktioniert erstaunlich gut. Ich habe das Brot mehrfach gebacken, in verschiedenen Zusammensetzungen. Das Rezept ist nämlich ausserordentlich flexibel. Welche Zutaten ihr nehmt, hängt von Eurem Geschmack und Euren gesundheitlichen Bedürfnissen ab. Während meiner Backversuche zeigte sich, dass ich eine deutliche Hochskalierung der Rezeptparameter vornehmen musste, damit meine 5-Personen-Haushalt-Brotformen auch gefüllt sind und ich nicht so kleine Knickerchen backe, wie sie andere Nachbäcker zeigten.

Voller guter Nährstoffe und ohne Gluten, ohne Histamin oder andere fermentationsbedingte Reizstoffe

Wer Gluten verträgt, kann auch Weizenflocken, Dinkelflocken, Roggenflocken oder Ähnliches nehmen. Auch bei den Saaten ist volle Flexibilität vorhanden. Meine Rezeptversion ist glutenfrei. Wer Histamin nicht verträgt, nimmt statt Balsamico-Essig Verjus oder Branntweinessig. Oder lässt die Säuerung gleich ganz weg. Sogar die Zugabe von Sauerteigresten von der Fütterung ist möglich. Dann vertragen das Brot aber Gluten- oder Histaminintolerante nicht mehr.

Also eines der flexibelsten Rezepte, die ich kenne. Aber: ist das wirklich Brot? Könnte man sich fragen, weil: kein Mehl, kein Triebmittel, keine Fermentation… Es erfüllt aber seinen Zweck als „Brot“ sehr gut. Eine bis zwei Scheiben sättigen für viele Stunden und versorgen den Körper gleichzeitig mit vielen wichtigen Nährstoffen, die in einer „normalen“ Brotscheibe in dem Ausmaß nicht enthalten sind. Und nicht alle Menschen brauchen Brottteige, die erst nach mindestens vierundzwanzigstündiger Reifezeit in den Ofen dürfen. Aus eigener Erfahrung kann ich zudem bestätigen, dass es eine gute Brotalterative für Menschen mit Diabetes Mellitus ist – der Zuckerspiegel steigt laut Sensormessung nur moderat an nach dem Genuss.

Bernd Kütscher mit den „Heimatbroten“ (Foto: Bernd Kütscher)

Noch etwas kann ich berichten: ich war mit Heidi Schlautmann, Michaela Pelz, Noemi Mollet und Oliver Distelkamp die letzten Tage in der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk in Weinheim. Dort gab Wayne Caddy aus dem Vereinigten Königreich eine „Master-Class“ für Artisan-Bread und dekorative Brote, sowie Brote mit besonderen Zutaten. Ein tolles Erlebnis! Für mich war es meine erste Rückkehr zur Akademie nach der Pandemie und ich konnte endlich dem Leiter der Akademie, Bernd Kütscher, ein Exemplar meines Buchs „Heimatbrote“ persönlich überreichen. Bernd hat mir während der Recherchen mit Rat und Tat beiseite gestanden. Hierfür möchte ich mich auch hier noch einmal bedanken.

Ergebnisse
Weinheimer Marktplatz
Die Kirche
Bei Nacht
Weinheim von der Ruine Windeck
Burgruine Windeck
Blick von der Burg Landeck auf Klingenmünster
Ergebnisse
Wayne und ich
Weinheimer Marktplatz

Mit Wayne haben wir sowohl im Kurs, als auch in den Abend- und Nachtstunden in den Kneipen Weinheims unglaublichen Spaß gehabt. Eine tolle Bäcker- und Lehrerpersönlichkeit, der es nicht nur um das Backen und die Knete geht. Sondern auch um die Menschen, die das machen. Seine Vorgehensweise deckt sich sehr mit der, die ich für mich gefunden habe. Wer die Chance bekommt, einen seiner Kurse zu erleben, sollte ohne nachzudenken zugreifen!

Doch nun zum Rezept. Ich entschuldige mich für den langen Text. Doch er musste diesmal sein.

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Saatenkraftbrot

Ein ungewöhnliches Brot, in jeder Hinsicht einzigartig
Gericht Brot
Küche Andere Triebmittel
Keyword Flohsamenschalen, Haferflocken, Saaten
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Quellzeit 4 Stunden
Portionen 1 Brot/-e

Zutaten

Trockene Zutaten

  • 380 g Haferflocken grob alternativ: andere Getreideflocken Eurer Wahl
  • 65 g Quinoa alternativ: Amaranth
  • 230 g Kürbiskerne
  • 230 g Sonnenblumenkerne
  • 180 g Leinsamen geschrotet alternativ: ganze Leinsamen
  • 45 g Flohsamenschalen

Flüssige Zutaten

  • 640 g Wasser
  • 35 g Olivenöl alternativ: andere Pflanzenöle
  • 30 g Balsamico bianco alternativ: Branntweinessig, Verjus, Essig Essenz
  • 45 g Ahornsirup alternativ: Honig, Malzextrakt
  • 22 g Salz

Anleitungen

  • Die trockenen Zutaten in eine Schüssel geben und mit der Hand gründlich vermischen. Die Flohsamenschalen müssen gleichmäßig unter die anderen Zutaten gemischt werden.
  • Die flüssigen Zutaten in einer weiteren Schüssel miteinander vermischen. Das Salz sollte sich auflösen.
  • Die Mischung der flüssigen Zutaten in die Schüssel mit den festen Zutaten gießen. Mit einem Rührlöffel oder optimalerweise mit einem Handrührgerät die Masse gut verrühren.
  • Die Flohsamenschalen sorgen hierbei dafür, dass eine gute Teigbindigkeit entsteht.
  • Sobald die Masse gut gemischt ist, diese mit einem Löffel in eine Kastenform mit den Maßen 23 x 11 x 9,5 cm einfüllen. Dabei die Masse gut andrücken.
  • Einen Silikonschaber befeuchten und die Oberfläche schön glatt ziehen (siehe Foto).
  • Den Teigling insgesamt 4 Stunden bei Raumtemperatur (oder bis zu 24 h im Kühlschrank) quellen lassen.
  • Den Ofen auf 210 °C vorheizen (Ober-/Unterhitze).
  • Das Brot einschießen und nicht schwaden. Die Temperatur auf 150 °C herunterregeln.
  • Die Backzeit beträgt 2,5 bis 3 Stunden bei 150 °C. In dieser Zeit verfestigt sich die Krume und in der Kruste entstehen leckere Röstaromen.
  • Das Brot aus dem Ofen holen, auskippen und mindestens 12, besser 24 Stunden auskühlen lassen. Es empfiehlt sich, den Brotlaib nach einer Stunde in eine Kunststofftüte zu legen.
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